Barcelona

7. März 2012 von risottodirk

Barcelona
Barcelona-Fotos

In der Halle des Bergkönigs

14. Januar 2012 von risottodirk

Die Firma Citroen hat einen Musikwettbewerb ausgeschrieben. Man soll einen Klassiker (ja, hier kann man wirklich von Klassikern reden) so durch den Wolf drehen, dass bei der Jury und/oder dem Online-Publikum gut ankommt. Letztlich soll damit das neue Modell DS5 beworben werden. Ich bin mal die Liste der Stücke durchgegangen und habe spontan bei Grieg angebissen. Das Stück aus der Peer-Gynt-Suite haben ja schon viele Nicht-Klassiker bearbeitet, was mich nicht davon abgehalten hat es auch zu tun.

Ich habe mir die Noten der Klavierversion besorgt und erst einmal die Melodie “eingspielt”.
Die Grundstruktur des Stückes besteht aus sich 2 sich abwechselnden Teilen in “komplementären” Tonarten (h-Moll f#-dur) der A-Teil in h-Moll steht für Peer Gynt, der sich in die Halle des Bergkönigs schleicht), im B-Teil in f#-dur treiben die Trolle ihr Unwesen. Ein gute Einleitung zu dem Stück gibt Paul Barton in seinem Tutorial.

Ich habe mich bei meiner Bearbeitung an die Melodie gehalten, grundlegend geändert habe ich den Bass und den Rhythmus. Der A-Teil beginnt mit einem scheinbar graden 4er “bum-chack” der aber so ausgelegt ist, dass er auf einen 6er passt. Dazu gesellt sich ein treibender Bass, der auf den Beats eines 6/8 liegt. Die Melodie auf dem Klavier fasst man als Wehster erst einmal als geswingten 4er auf. Angelegt ist die Melodie aber schon als geswingter 6er. Und zwar die Sorte Swing wie sie bei den Malinke in West-Afrika bei Rhythmen wie “Soli” gespielt wird. 1. Achtel auf dem Beat, 2. Achtel stark vorgezogen, 3. Achtel leicht vorgezogen 4. Achtel wieder auf dem Beat. Das Bum check Schlagzeug dazu reibt sich kräftig an der Melodie oder umgekehrt.

Im B-Teil wird es dann ziemlich westafrikanisch. Die Melodie übernimmt das Balaphon (bzw. Ngoni) die Trommelbegleitung wechselt zu Malinke-Basstrommeln die eine typische 6er Begleitung spielen. Im Schlussteil gesellen sich beide Instrumentarien zusammen (oder durcheinander oder gegeneinander). Sonst noch vertreten ist ein Ride Becken mit 12er (bzw. 6er) Glocke und eine zur Unkenntlichkeit verformte E-Gitarre nur kurz, ganz am Anfang sozusagen als Auftakt.

Ich habe es hier als mp3-Datei abgelegt - hört mal rein und kommentiert.

Zufallsgrafik

8. Dezember 2011 von risottodirk

rakal_2011-170.jpgRandom Kalligraphy 2011-119

“wo der Zufall abnimmt nimmt der Abfall zu” (Sigward Sprotte)

Es ist Dezember und so langsam wird es Zeit sich ein Motiv für die Weihnachtskarten zu überlegen. Am besten für jeden Empfänger eine andere Karte. Ich habe eine alte Computergrafik ausgegraben, die mal vor Jahren programmiert hatte. Die Aufgabenstellung ist sehr einfach: zeichne 3 Kurven mit zufällig gewählten Ausgangspunkten, Zielpunkten und Steuerungspunkten und mit zufällig gewählter Linienstärke und zufällig gewählter Farbe. Manche Ergebnisse sind eher langweilig andere finde ich sehr spannungsgeladen. Aber schaut euch mal die Ergebnisse an.

Die Grafiken sind in PostScript programmiert. PostScript ist eine Seitenbeschreibungssprache, also eine Programmiersprache die beschreibt wie eine (gedruckte) Seite aussehen soll. Daher kann man der Code einfach an einen PostScript-Drucker schicken oder als eps-Datei in ein Layoutprogramm wie etwa InDesign einbauen. Die EPS-Dateien lassen sich auch in Photoshop öffnen und als Bilddateien abspeichern.

Der Witz an der Sache ist, dass der Zufall zu Hilfe genommen wird und die Grafik deshalb mit jeder Berechnung ein etwas anderes Aussehen erhält. Allerdings musste ich dem Zufall etwas auf die Sprünge helfen, man braucht einen Startwert (seed) damit jedesmal eine andere Reihe von Zufallszahlen berechnet wird. Ich will ja nicht päpstlicher als der Papst sein und begnüge mich mit der so erreichten Zufallsqualität. Die Zuhilfenahme von Quanten-Zufalsszahlen (z.B. http://www.randomnumbers.info/) war mir für diesen Zweck zu aufwändig.

Hier ist der Code:

%!PS-Adobe-2.0
%%BoundingBox: 0 0 400 400
statusdict begin /waittimeout 0 def end
/linienst
{
rand 10000000 div
setlinewidth
} bind def
/farbe
{
rand 2200000000 div
rand 2200000000 div
rand 2200000000 div
setrgbcolor
}bind def

/zufall5mio
{
rand 5000000 idiv
}bind def
/linie
{
newpath
zufall5mio
zufall5mio
moveto
6 {zufall5mio} repeat
curveto
}bind def

/zeichnen
{
farbe
linienst
linie
stroke
}bind def

101 srand % “seed” for random values, this parameter needs to be changed for every new graphic.

3 {zeichnen} repeat

showpage
%Trailer

Doodle Pixel

9. Mai 2011 von risottodirk

Cooles Hüpf- und Lauf-Spiel fürs iphone und ipod touch:

(Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Spielsuchtberater)

Die plötzliche Kehrtwende von Merkel & Co.

15. März 2011 von risottodirk

Die AKW-Befürworter haben bis Ende letzter Woche gebetsmühlenartig wiederholt, dass unsere AKWs sicher seien, nachdem die Laufzeiten der AKWs in Deutschland vor einem halben Jahr verlängert wurden. Und jetzt kommen aus den gleichen Kreisen auf einmal andere Töne. Die Sicherheitslage habe sich nach den Ereignissen in Japan geändert, oder so ähnlich lautet die Begründung für das Moratorium der Laufzeitverlängerung. Seehofer will kein Restrisiko mehr hinnehmen. Warum hat er es bisher hingenommen? Was hat sich eigentlich geändert an der Sicherheitslage in Deutschland? An der technischen Ausstattung der Anlagen kann sich am Wochenende nicht groß was geändert haben. Am mehr oder weniger kompetenten Personal auch nicht. Geändert hat sich nur die Wahrnehmung in Teilen der Bevölkerung. Und vermutlich sind das Anhänger von CDU/CSU/FDP und vielleicht noch ein paar SPDlern. Die anderen waren eh schon für einen zügigen Ausstieg aus der Kernenergie.

Diese Katastrophe kann man nicht einem kaputten Sowjet-Regime anhängen, wie vor 25 Jahren. Wenn in Japan so etwas passieren kann, kann sich auf einmal auch Frau Merkel vorstellen, dass bei uns so etwas auch passieren kann. Warum konnten unsere (FDP/CDU/CSU) Politiker sich das bisher nicht vorstellen?

Erklärungsmöglichkeiten sind:
1. Begrenztes Vorstellungsvermögen.
2. Man hat das Risiko wohl gesehen aber verschwiegen, bzw. geleugnet weil es nicht opportun ist solche Dinge klar und deutlich sagen: “Ihr wollt billigen Strom - den kriegt ihr auch, dafür bekommt ihr ein unkalkulierbares Risiko mitgeliefert. Es ist unwahrscheinlich, dass es knallt aber wenn es knallt, dann knallt es richtig. Das Problem der Endlagerung bekommen die nächsten 200 Generationen als Erbe.” Unsere Regierungsparteien haben nur einen Teil der Wahrheit verkündet, nämlich dass Kernenergie billig ist. Dass sie nur so lange billig ist wenn nichts passiert und man das Problem der Endlagerung vertagt, hat man auch verschwiegen.

Plausibel scheint mir Variante 2 zu sein. Es geht um Geld. Wer Öko-Strom will muss dafür auch bezahlen. Und diese Bereitschaft war sicher bei den meisten Wählern nicht vorhanden. Das hat sich inzwischen vielleicht geändert. Und jetzt müssen CDU/CSU/FDP alles daran setzen die nächsten Wahlen zu überstehen.

Alles nicht neues, alles schon da gewesen möchte man sagen aber diese 180-Grad-Wende ist schon kackfrech. Bis Ende letzter Woche verlautete aus CDU/CSU/FDP-Kreisen: “Die Kernkraftwerke in Deutschland sind sicher, und wer uns das nicht glaubt ist ein realitätsfremder Chaot, Nein-Sager, Blockierer”. Es wäre wenigstens angebracht kleinlaut zuzugeben, dass man sich geirrt hat, wenn man die bewusste Täuschung der Öffentlichkeit nicht zugeben möchte. Aber die Damen und Herren wissen auch jetzt schon wieder nach ihrer 180-Grad-Drehung wieder genau was richtig ist. Diese Arroganz ist einfach unglaublich.

Sind wir gespannt was passiert wenn in 3 Monaten das Moratorium ausläuft (oder abläuft?). Vielleicht ist dann schon wieder alles vergessen wie bei sich ständig wiederholenden Lebensmittelskandalen. Auch da geht es um Geld. Man empört sich kurz über kriminelle Verhaltensweisen aber man will sehr billig essen. Danach geht es weiter wie bisher.